Erdbeeren

Rot wie die Liebe, süß wie die Sünde. Um die Erdbeeren ranken sich viele Mythen.

Ob als Kuchen, im Eis oder einfach nur so- heimische Erdbeeren sind im Mai und Juni die beliebtesten Früchte der Deutschen, deshalb wir die Erdbeere auch als die Königin der Beerenobstarten bezeichnet. 2,4 kg frische Früchte verspeist jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr.

Neben ihrem einzigartigen Geschmack zeichnen sich Erdbeeren aber auch durch ihren Vitaminreichtum aus. Ihr Vitamin C- Gehalt ist höher als bei Orangen, sie enthalten wichtige Mineralstoffe  wie Kalzium, Magnesium, Kalium, Phosphor und Eisen. Erdbeeren wirken entwässernd auf den Körper. Weil sie sehr kalorienarm sind, gelten sie außerdem als „Schlankmacher“.

Obwohl sie zu der Familie der Rosengewächse zählt, ist die Erdbeere eine „Sammelnussfrucht“. Ihre eigentlichen „Früchte“, die kleinen Nüsschen trägt sie außen.

Erdbeeren sollten spätestens zwei Tage nach der Ernte verzehrt werden.  Unbeschädigte Früchte kann man locker im Kühlschrank aufbewahren. Zum Waschen sollte man Erdbeeren  in kaltes  Wasser tauchen und dann vorsichtig abtupfen oder abtropfen lassen.

Doch woher kommt eigentlich die Erdbeere?

Walderdbeeren, die Vorfahren der Gartenerdbeeren wurden auf großen Flächen kultiviert.
Doch leider war die Ernte durch die geringe Größe der Früchte stets sehr mühsam. Mit der Entdeckung der neuen Welt fand man in Südamerika Erdbeeren mit größeren Früchten, die sogenannten Scharlacherdbeeren. Durch Kreuzung mit der Chile-Erdbeere gelang es schließlich die Stammform unserer heutigen Gartenerdbeere zu züchten.
Aus der Urform der Gartenerdbeere wurden dann viele Sorten gezüchtet. Inzwischen gibt es über 1000 Sorten mit verschiedenem Aussehen, Geschmack, Klima- und Bodenansprüchen. Nur wenige entsprechen allerdings den Anforderungen des Handels.
1840 begann man dann in der Nähe von Baden-Baden mit dem erwerbmäßigen Anbau.
Walderdbeeren  waren schon in der Antike wegen ihrer heilenden Wirkung bei Leber- und Gallenleiden geschätzt. Der dickflüssige Beerensaft kräftige das Herz und lösche den Durst, hieß es. Außerdem stillte man damit Nasenbluten und rückte auch Pocken, Masern und Gelbsucht zu Leibe. Man empfahl Erdbeeren aber auch bei Blutarmut und zur Linderung von Gicht und Rheuma.

Noch heute werden getrocknete Erdbeerblätter als Tee zubereitet, der bei Blasenentzündung,  Akne und schlechtem Atem helfen soll. Kosmetikerinnen empfehlen für einen frischen Teint und schöne Haut eine Gesichtsmaske aus Erdbeersaft und Mich.

Wie werden Erdbeeren auf dem Böllenhof angebaut und geerntet?

Im Juli und August des Vorjahres werden die neuen Erdbeerpflanzen für das kommende Jahr einreihig auf Dämme gepflanzt.

Dazu werden mit einer  Maschine etwa 20cm hohe und 20 cm breite Dämme angehäuft. Im gleichen Arbeitsgang wird ein Tropfschlauch im Damm verlegt und die Oberfläche des Dammes mit Mulch-Folie abgedeckt.

Die Erdbeeren auf Dämmen anzubauen hat den Vorteil, dass man die Wasserzufuhr besser regulieren kann und besonders in nassen Jahren Staunässe vermeiden kann, gegen die Erdbeeren sehr empfindlich sind. Die Abdeckung mit Mulch-Folie erfolgt zur Vermeidung von Unkrautwuchs zwischen den Erdbeerpflanzen. Durch die Tropfschläuche kann die Wasser- und Düngerzufuhr zu jeder einzelnen Pflanze optimal gesteuert werden.

Auf die fertigen Dämme werden jetzt mit einer Stanze Löcher in die Folie und in die Erde gestanzt.

Die getopften Erdbeerpflanzen werden dann von Hand in die Löcher gesetzt und leicht festgedrückt.

Schon bald fangen die jungen Erdbeerpflanzen an zu wachsen. Eine optimale Versorgung mit Wasser und Dünger ist jetzt enorm wichtig. Schon bald bilden sich Ausläufer an den Erdbeerpflanzen, die von Hand entfernt werden müssen, da die Erdbeerpflanze sich sonst nicht gut entwickeln kann.

Ab Ende Oktober vergilben die Blätter und die Ausläuferproduktion wird eingestellt. Jetzt werden die Erdbeerpflanzen mit Flies abgedeckt, um sie vor Frost zu schützen.

Im Frühling werden über einen Teil der Dämme zusätzlich große Folientunnel  aufgebaut, die gemeinsam mit dem Flies zur Verfrühung der Ernte dienen. Der Folientunnel bleibt stehen bis die Erdbeeren geerntet sind. Das Flies wird entfernt, wenn die Erdbeeren blühen um eine Befruchtung der Blüten durch Hummelvölker zu ermöglichen, die im Frühling in die Erdbeertunnel  eingebracht werden.

Die Erdbeeren im Freiland bleiben so lange unter dem Flies, bis es warm genug ist. Dann werden sie jeweils morgens, bei ausreichenden Temperaturen aufgedeckt und abends wieder zugedeckt, um ein Erfrieren der Blüten zu vermeiden. Jetzt ist es besonders wichtig, auf Wetterprognosen zu achten. Droht eine Nachttemperatur unter 2°, werden die Erdbeeren abends nicht abgedeckt, sondern offen gelassen, um eine Frostschutzberegnung zu ermöglichen, falls die Temperaturen unter 2° sinken.

Die Erdbeerernte beginnt auf dem Böllenhof in der Regel in der 2. Aprilhälfte in den Erdbeertunneln.

Die Erdbeeren werden in den frühen Morgenstunden, sobald es hell genug ist, um rote Erdbeeren zu erkennen geerntet, denn dann sind die Früchte noch fest und dadurch am unempfindlichsten.

Die Erntehelferinnen pflücken die Erdbeeren von Hand direkt in die vorbereiteten 500g Schalen, die in einer Holzsteige  stehen. Dann werden die Erdbeeren abgewogen und zeitnah in die Kühlhäuser gebracht, wo sie bis zum Verkauf bleiben.

Die Freilanderdbeeren werden je nach Witterung drei bis vier Wochen später reif.

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